Kerzenschein, dicke Wollsocken, nach einem langen Spaziergang durchgefroren in die warme, erleuchtete Wohnung kommen oder mit heißem Kakao und einem guten Buch vorm Kamin sitzen – Meine Liste wirklich hyggeliger Momente lässt sich wohl noch um so einige Punkte fortsetzen.

Aber was genau ist eigentlich dieses „Hygge“, dass mittlerweile in aller Munde scheint?

Das Glücks-Geheimrezept der Dänen:

Mir ist Hygge auf meiner Suche nach dem Glück ziemlich schnell begegnet und hat mich sofort begeistert.

Denn wer sich mit glücklichen Menschen und den Ursachen oder Erfolgsfaktoren für ein glückliches Leben beschäftigt, kommt an den Dänen kaum vorbei. Jahr für Jahr gehören sie zu den glücklichsten Völkern der Welt, wie der World Happiness Report immer wieder aufs Neue bestätigt. Dicht gefolgt von den übrigen skandinavischen Ländern übrigens…Da stellt sich natürlich schnell die Frage: Was ist denn das Geheimrezept der Dänen um so glücklich zu sein? Und das zwar in schönster Landschaft, aber bei ständigem Regenwetter, kühlen Temperaturen und langen dunklen Nächten, die ja bekanntlich nicht gerade zu besonders ausgelassener Stimmung führen.

Tja, und eben dieses Geheimrezept ist eben Hygge. Eine Art Lebensphilosophie oder Atmosphäre die in der dänischen Tradition tief verwurzelt ist. Dazu gehören warmes Licht, Gemütlichkeit, Atmosphäre, Gemeinschaft, Geborgenheit, Harmonie, gutes Essen und Trinken und, und, und…

Im weitesten Sinne also vielleicht: Es sich gut gehen lassen und das Leben versüßen. Eine wirklich belastbare Definition gibt es wohl nicht. Oder besser gesagt, werden all die Versuche Hygge zu definieren, dieser besonderen Philosophie aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht. Denn wie ließe sich ein bestimmtes, wohlig warmes Gefühl, dass in den unterschiedlichsten Lebenssituationen – mit lieben Menschen, an schönen Orten und in gemütlichen Momenten – aufkommt, in Worte fassen?

Das bestätigt auch Meik Wiking, der eines meiner Lieblingsbücher zu diesem Thema geschrieben hat. Nämlich: „Hygge: Ein Lebensgefühl, dass einfach glücklich macht“. Wiking ist – wie passend – nicht nur Däne, und somit ohnehin schon Experte, sondern auch noch Glücksforscher. Damit könnte man mich ja buchstäblich auch hinter dem hyggeligsten Ofen hervorlocken. Ich habe es quasi verschlungen und kann es jedem, der sein Leben gerne genießt, nur ans Herz legen. Leicht lesbar liefert es eine kurzweilige Mischung aus interessanten Einblicken in Kultur und Lebensgefühl der Dänen, sowie zahlreiche Tipps um dem eigenen Leben ein bisschen mehr „Hygge“ zu verleihen.

Aufmerksam durchs Leben gehen und bewusst genießen macht glücklich!

Und damit wären wir auch schon bei dem aus meiner Sicht entscheidenden Punkt, wenn es um Hygge geht. Denn was ich aus Wikings Texten und zahlreichen weiteren Büchern zum Thema mitnehmen konnte, ist vor allem: Das Glücks-Erfolgsgeheimnis der Dänen hat im Prinzip weder etwas damit zu tun, dass es in Dänemark einfach so viel schöner ist (Obwohl es dort schon ziiiiemlich schön ist!), noch damit, dass die Dänen etwas haben, was wir nicht haben. Nein. Sie können nur etwas, was vielen von uns in unserem stressigen, viel zu sehr auf Geld und Erfolg ausgerichteten Alltag leider manchmal abhanden gekommen ist: das Leben in vollen Zügen und mit allen Sinnen genießen!

Denn entscheidend ist doch vor allem, wie man sein eigenes Leben betrachtet und erlebt. Wie intensiv man einzelne Momente und schöne Augenblicke wahrnimmt und sich bewusst macht, wie gut es einem gerade eigentlich geht – und wie glücklich wir deshalb sind!

Hygge ist praktisch „Glück in kleinen Dosen“. Glück für den Alltag, dass wir uns jederzeit ohne allzu großen Aufwand, aber dafür mit umso größerer Wirkung selbst schenken können, indem wir uns ganz bewusst Zeit nehmen, solche schönen Momente zu kreieren und zu genießen.

3 Kommentare

  1. Ich glaube, wir haben im Zeitalter der `Medienschlachten´ ganz einfach verlernt, wie man seine Freizeit anders gestalten kann.
    Wir haben verlernt, miteinander zu reden anstatt in die Glotze zu gucken. Wir wissen nicht mehr, was Gemütlichkeit ist.Wir nehmen uns keine Zeit mehr, unser Essen zu kochen und zu genießen. Dabei sind die Abende sooo lang.
    Ich denke die Dänen lassen sich vom Stress nicht anstecken, weil sie alles viel langsamer machen. Und diese Langsamkeit habe ich mal zufällig entdeckt und seitdem schaffe ich viel mehr und mir wird auch immer klarer, warum das so ist. Vorher hatte ich mal eine Schnecke fotografiert und beobachtet und sie in meinen Artikle integriert. Mein erster auf Englisch, den ich hier gern teilen möchte:
    https://4alle.wordpress.com/2016/11/28/creative-post-into-the-past/
    Vielen Dank!
    Jürgen aus Loy (PJP)

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